Freitag, 25. Februar 2011

Das zu sanierende Gebäude


1998 ist meine Tante Christa gestorben. Das war ein tiefer Einschnitt in mein emotionales Leben. Nichts war seitdem so, wie es vorher war. Frei nach dem Motto „Since you went away there is nothing going right“.

Jedenfalls hat sie hier um die Ecke bei der Telekom gearbeitet. In diesem Telekomgebäude habe ich große Teile meiner Kindheit verbracht. Ich kann mich noch genau daran erinnern, welche Bilder dort an der Wand hingen, wo ihr Schreibtisch stand und was ich dort immer gespielt habe. Selbst als ich schon erwachsen war, habe ich sie dort oft besucht. Dieses Gebäude wurde kurz nach ihrem Tod verkauft. Die Beschäftigten wurden nach Fulda und in den Taunus verfrachtet. Seitdem stand es leer. Lag brach. Verfiel mit der Zeit. Seit über zehn Jahren hat sich dort nichts getan. Ich laufe dort auch heute noch oft vorbei und jedes Mal verspürte ich das Bedürfnis dort hineinzugehen. Ich wollte das alles noch einmal sehen. Und irgendwie hatte ich auch immer das Gefühl als müsste ich nur durch die Tür gehen und da würde sie wieder vor mir stehen. So als wäre nichts gewesen. 

Wenn ich vor dem geschlossenen Tor stand und zu ihrem Bürofenster hochsah, hatte ich das Gefühl, sie schaut durch die Scheibe zu mir herunter.

Seit einer Woche sind dort Handwerker zu Gange. Das Gebäude wird kernsaniert. Mehrere Presslufthämmer sind zu hören und Christa ist weg. Natürlich ist sie für immer in meinem Herzen, in meinen Gedanken und in meiner Seele. Das ist keine Frage, aber irgendwie ist es nun so als ob das letzte Relikte aus ihren Lebzeiten, das was sich seither kein bisschen verändert hat, nun auch dem unweigerlichen „das Leben geht weiter“ gewichen ist.

Veränderungen sind gut, tun aber auch weh.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Schleier

Mein Schleier ist da. Ich war bisher nicht sicher, ob ich überhaupt einen tragen wollte. Ich bin mir auch jetzt noch nicht sicher. Aber, wenn ich will, habe ich jetzt einen. Er ist ganz schlicht. Denn wenn schon Schleier, dann lieber schlicht. Ist auch besser so, denn das Kleid ist eher nicht schlicht. Keine Angst ein Baiser-Kleid wie bei Lady Di ist auch nicht. Es ist einfach MEIN Kleid.

Ansonsten verrinnt die Zeit und die Hochzeit bleibt zur Zeit mal wieder ein bisschen auf der Strecke. Wir müssen uns dringend um die Einladungen kümmern. Ich habe jetzt schon vermehrt Emails und SMS bekommen mit der Frage, wann und wo überhaupt und ob da noch was kommt. Heute Nacht bin ich irgendwann aufgeschreckt und dachte: oh Mist, das wird alles zu spät!

Aber meine „Ich habe Dich lieb“-Freundin hat gestern gesagt, dass wir ja die Location haben und das Kleid. Dass also der Hochzeit nichts ihm Wege steht, da wir das wichtigste haben.
Recht hat sie. Also lege ich meine Panikattacke wieder zu den Akten – vorerst. Das heißt aber trotzdem, dass es jetzt echt ein bisschen voran gehen muss. Nächste Schritte: Einladung fertig texten, Angebote zur Produktion einholen und nach einem Kleid für´s Standesamt suchen. Und Kleider suchen und finden macht ja auch echt Spaß! Ach, vielleicht wird doch noch alles gut!

Freitag, 28. Januar 2011

40

Puh, nun bin ich zurück. Zurück von einer 40-iger Party. Also als Gast. Natürlich gab es letztes Jahr die 40-iger Party des Herrn Schneider. da ich sie ihm aber als Überraschungsparty geschenkt habe, zählt das nicht wirklich, denn somit war ich eher Gastgeber als Gast.

Eigentlich war die Party eben sehr nett. Aber irgendwie auch lahm. So lahm wie wir alle an einem Freitag Abend nach einer arbeitsreichen Woche sind, wenn wir knapp über 29 sind.

When I was young so much younger than today....

Wieso ist es eigentlich seit ein paar Monaten so, dass ich mich so unendlich alt und verbraucht fühle? Liegt es daran, dass alle meine Freunde nun rund um die 40 sind und auch ich dieses Jahr diese magische Zahl erreichen werde? Ist die heutige 40 das, was in der letzten Generation die 30 war?

Mit 40 stehen wir mit beiden Beinen im Leben. Wir haben schon viel erreicht und wollen noch weiter viel erreichen. Für mansche Dinge, ist es dann aber auch schon zu spät. Manche Züge haben den Bahnhof des Lebens bereits verlasen und wir können nichts mehr tun um dafür noch ein Ticket zu lösen und einzusteigen.

Die relavante Frage ist: Wollte ich in diesen Zug? Nein, in die meisten wollte ich eh nicht einsteigen. Aber man fragt mich auch immer weniger, wohin ich denn will und man bietet mir auch immer weniger Zugverbindungen an. Und das nervt mich manchmal. Das gibt mir das Gefühl alt zusein.

Aber vielleicht stehe ich ja auch nur am falschen Gleis und müsste nur den Bahnsteig wechseln....

Donnerstag, 27. Januar 2011

Weiß

Dies scheint die vorherrschende Farbe in meinem Leben zu sein - im Augenblick. Obwohl es vollgestopft ist bis oben hin (was auch immer hier oben ist...), fühle ich mich manchmal leer wie in weißes Blatt Papier.

Dabei gibt es so viel, das mich erfüllt. Ganz abgesehen von Familie und Freunden, die mich natürlich immer erfüllen. Dabei ist bei mir echt auch sonst viel los.

Unser Bau schreitet weiter voran. Und so wie es im Moment aussieht, können wir im Februar schon umziehen. Wir sind gerade dabei alles weiß zu streichen. Neu, unschuldig - bereit bewohnt, erfüllt und befleckt zu werden. Ob ich mich freue? Ja, auf der einen Seite bin ich natürlich heilfroh, wenn diese Baustelle in meinem Leben abgeschlossen ist und wir in einer schönen neuen, großen Wohnung leben.

Zum Anderen ist es aber so, dass damit eine Ära zu Ende geht. Seit ich auf dieser Welt bin, lebe ich hier in diesem Block (Linusine from the block sozusagen). Ich habe hier nun knapp 40 Jahre verbracht und natürlich viel erlebt. Viele Menschen, die ich sehr liebe, wohnen hier.

Ja, ja, ich weiß ich ziehe ja nicht nach München, Berlin oder London (nicht wahr Frau Doktor?), aber für mich - in meiner kleinen Welt - ist das ein sehr großer Schritt. Und da ja die meisten eher etwas ängstlich großen Veränderungen gegenüber stehen - so auch ich - erfüllt mich der Gedanke an den Umzug in ein paar Wochen, meist eher mit Wehmut.

Weiß ist auch eine unserer Hochzeitsfarben (wer hätte das gedacht....). Die tritt zur Zeit viel in den Hintergrund. Ein paar tolle Sachen sind schon in der großen "Hochzeitstüte" und darauf freue ich mich auch sehr. Schade, ist im Augenblick, dass uns der Bau so ziemlich die Haare vom Kopf gefressen hat und das Geld für die Hochzeit knapp werden lässt oder besser gesagt: Eigentlich haben wir im Moment gar keines. Das macht die Planung und Umsetzung nicht leichter. Und das nimmt auch hin wieder den Spaß. Wir haben schon darüber nachgedacht, die Hochzeit zu verschieben. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es dann gar nichts mehr wird.

Ach und dann schneit es auch noch weiß vom Himmel. Wer braucht denn das jetzt noch? Könnte denn nicht wenigstens das Wetter mir Frühling und Sonne ins Herz bringen? So, nun für heute genug gejammert. Ich hoffe, wir sehen und morgen (ernstes Vorhaben!).

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Nun melde ich mich seit Wochen - ja Monaten zurück (wenn auch unter "falschem" Namen) und dann fällt mir keine bessere Überschrift ein als "Frohe Weihnachten". Prima! Sehr, einfallsreich Frau Paternostra, die jetzt Linusine heißt, und das in der Nacht vom 24. auf den 25.12. - naja ich will ja auch keinen Literaturpreis für geniale Headlines gewinnen (sicher gibt es diesen Award seit "Wir sind Papst").

Nun gut, ich bin wieder hier. Nicht sicher, ob das Blog-Schreiben so wirklich meine Welt ist. Wir werden es sehen.... Kurzer Zwischenbericht: der Hausschwamm hat sich als Eichenporling entpuppt. Das ist in etwa so als ob sich ein Blizzard als heftiger Schneesturm outet. Also nicht ganz so alles zerstörend dennoch schwere Kost.

Wie auch immer: das Haus steht noch und nimmt langsam Gestalt an. Vielleicht können wir tatsächlich im März einziehen.

Ganz im Gegensatz zu unserer Hochzeit. Die nimmt gar keine Gestalt an. Zwar haben wir nun einen Termin (30.04.11) und auch schon Brautkleid und Anzug. Aber das war es auch schon. Keine Idee, wie und wo wir eigentlich heiraten wollen.

Aber dazu an anderer Stelle mehr. Heute wollte ich mich eigentlich nur kurz zurückmelden. Motiviert durch Frau Doktor! Das Kompliment, ich schreibe wie der junge Morgen hat einem späten Mädchen wie mir so geschmeichelt, dass ich es mit dem öffentlichen Schreiben noch einmal versuche: ohne Herrn S.

Nun möchte ich allen von Herzen frohe Weihnachten wünschen! Geniesst die freie Zeit, die Stille und den Zauber dieser Nacht.